Weiteres Projekt im Themenbereich nationale Denkmäler und Tourismus: Tourismuskonzept Hambacher Schloss

Das Hambacher Schloss gilt als DAS Wahrzeichen der Demokratiebewegung in Deutschland. Hier versammelten sich 1832 30.000 Bürger und Revolutionäre aus verschiedenen Europäischen Ländern, um die Idee der Demokratie gegenüber der Obrigkeit durchzusetzen. Heute gilt das Hambacher Fest als einer der wichtigsten Meilensteine bei der Demokratisierung Europas.

Das Hambacher Schloss wird daher heute von vielen hunderttausend Menschen besucht. Jedoch konnte die Entwicklung von Hambach, einem Ortsteil des berühmten Weinortes Neustadt/Weinstraße in verschiedener Hinsicht der Entwicklung nicht standhalten, sodass es Entwicklungsbedarf in den Bereichen Verkehrsplanung, Städtebau und Tourismus gibt.

COMPASS hat, unter Federführung des Planungsbüros HJPplaner aus Aachen, den Zuschlag erhalten, gemeinsam mit Bürgern, Verwaltung, Politik und Wirtschaft in den kommenden 18 Monaten ein integriertes Handlungskonzept zu erarbeiten. Das Verkehrsplanungsbüro BSV ist als weiterer Partner ebenfalls mit im Boot.

Nach dem Benediktinerkloster Maria Laach und der Burg Eltz ist dies eine weitere historische Stätte von nationaler und europäischer Bedeutung deren Verantwortliche sich auf die Expertise von COMPASS verlassen.

Deutschland als klimaschonende Tourismusdestination stärken

Das Projekt „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse.“ hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland als nachhaltige Reiseregion zu stärken.

Schildkröten-Projekt auf Galapagos, Naturerlebnis im US-Nationalpark, Tiere beobachten im Ökoressort in Südafrika: Die Nachfrage nach nachhaltigen Natur- und Urlaubserlebnissen steigt. Laut einer aktuellen Studie des Bundesumweltministeriums legen bereits knapp 20 Millionen Deutsche bei ihrer Urlaubsentscheidung Wert auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Angebote. Auch viele junge Menschen interessieren sich für Nachhaltigkeit im Urlaub. Sie reisen jedoch überdurchschnittlich häufig in die Ferne, da sie Deutschland weder als nachhaltiges Reiseziel, noch als interessantes Ziel für Aktiv- und Naturerlebnis-Urlaub kennen.

Obschon der Deutschlandtourismus boomt: 447 Mio. Übernachtungen wurden 2016 in Deutschland verzeichnet – zum wiederholten Male ein Rekordwert! Und der Deutschen liebstes Urlaubsland ist: Deutschland! Urlaub im eigenen Land liegt also voll im Trend. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach besonderen Reiseerlebnissen. Natur und Landschaft stehen dabei hoch im Kurs. Das Interesse an nachhaltigen und klimaschonenden Angeboten – besonders in puncto Anreise und Unterkunft – steigt seit Jahren beständig. Und vielerorts gibt es diese Angebote tatsächlich schon – nur leider wissen die meisten potenziellen Gäste nichts davon.

Das wollen wir ändern: Unser jüngstes Projekt „Deutschland reist voran – Klimaschutz im Tourismus stärken“ hat zum Ziel, klimaschonende Reiseangebote in Deutschland bekannter und besser auffindbar zu machen. Hierfür haben wir uns mit drei Projektpartnern – dem VDN Verband Deutscher Naturparke, dem fairkehr Verlag und der Agentur tippingpoints – zusammengetan. Beauftragt hat das sehr umfängliche, über drei Jahre laufende Projekt die Nationale Klimainitiative des BMUB.

Bereits im Sommer sind wir mit einem Wettbewerb unter den 103 deutschen Naturparken gestartet, um die elf Parke auszuwählen, mit denen wir an diesem Thema arbeiten wollen. Die elf „Gewinner“ bilden dabei die große Bandbreite an Landschaften und Attraktionen ab, die Deutschland als Reiseland so vielfältig machen: von kleineren, sehr naturnahen Naturparken, wie z.B. Zittauer Gebirge bis hin zu sehr großen Naturparken mit vielen Siedlungsflächen wie z.B. der nördliche Schwarzwald oder der Harz – von weiten Heideflächen in der Lüneburger Heide bis zum voralpinen Gebirgspark in den Ammergauer Alpen ist alles dabei.

Pressefoto Auftaktveranstaltung Katzensprung

Auftaktveranstaltung des NKI geförderten Projektes „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse.“

In den nächsten 6 Monaten werden die zwölf Naturparke aktiv auf ihre touristischen Angebote untersucht und eine Stärken- und Schwächen-Analyse im Hinblick auf ein nachhaltiges Tourismusangebot durchgeführt. „Das von der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderte Projekt ist eine große Chance für die Naturparke und ihre kooperierenden Touristikpartner“, meint auch Ulrich Köster, Geschäftsführer des VDN. „Dank der Analyse und des kritischen Blicks von außen können sie sich einen Gesamteindruck über ihre Stärken und Schwächen verschaffen. Indem die Naturparke das Thema klimaschonender Tourismus aktiv besetzen und in ihrer Region weiterentwickeln, leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Einsparung von CO2 im deutschen Tourismus und damit zum Klimaschutz.“

Bei der Auftaktveranstaltung am 15.11.2017 in Frankfurt/Main kamen die Projektpartner und 24 Vertreter aus den Naturparken sowie ihre Touristikpartner nun erstmals zusammen, um sich über Projektinhalte, Analyseverfahren und Klimaziele zu informieren und sich zu vernetzen. Als „Mann der Tat“ präsentierte Jürgen Krenzer seine positiven Erfahrungen und motivierte zum Anfangen und Weitermachen: Mit seinem Familienbetrieb krenzers rhön hat der Unternehmer und Nachhaltigkeitspionier eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Betriebe als Nachhaltigkeitsmotor für die Entwicklung einer Region unerlässlich sind.

Weitere Bestandteile des Gesamtprojektes sind eine groß angelegte Kommunikationskampagne, die Deutschland als nachhaltiges Reiseziel über alle Kanäle kommunizieren wird sowie ein „Leuchtturm“-Wettbewerb, der vorbildliche Beispiele nachhaltiger und klimaschonender Reiseerlebnisse in Deutschland vorstellen soll. Hierfür wurde bereits eine Projektwebseite erstellt, die den klangvollen Namen „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse.“ trägt. Nach Abschluss des Wettbewerbs im Frühjahr 2018 werden die ausgewählten „Leuchttürme des nachhaltigen Tourismus“ nach Kategorien wie Erlebnisse, Übernachten, Essen & Trinken oder Mobilität unter www.katzensprung-deutschland.de veröffentlicht und sollen alle interessierten Reisenden dazu inspirieren, doch (immer öfter) mal Urlaub in Deutschland zu machen.

Katzensprung soll zukünftig für außergewöhnliche, überraschende und nachhaltige Reiseerlebnisse in Deutschland stehen. Denn diese gibt es nicht nur am anderen Ende der Welt, sondern auch hier, nur einen Katzensprung entfernt eben. Und davon profitiert auch der Klimaschutz!

Mehr Informationen zum Projekt sowie die Bewerbungsunterlagen für den Leuchtturm-Wettbewerb gibt es unter: www.katzensprung-deutschland.de/der-wettbewerb/

Die “Sunny Heart Academy” von Thomas Cook zieht weiter nach Griechenland und Ägypten

Im Rahmen der „Sunny Heart Academy of Excellence“ traten die Experten von COMPASS  Reisen in die Thomas Cook Hotels nach Chalkidiki, Griechenland, und Hurghada, Ägypten, an. Trainings und Workshops in den Bereichen  Hotel-Management und Marketing sollen zu Leistungs- und Qualitätssteigerungen führen, die Wettbewerbsvorteile am Markt erzielen.

Nachdem bereits Anfang des Jahres in Rhodos der Auftakt gemacht wurde, präsentierte Guillermo Ribes im Oktober neueste Trends und Entwicklungen im internationalen  Food & Beverages Sektor in Nea Potidea. Des Weiteren ist COMPASS unterstützend im Bereich Marketing und Online-Kommunikation für dieses Hotel tätig. Karsten Palme reiste als Spezialist für die Bereiche Training und Coaching nach Makadi Bay, Hurghada, und führte intensive Workshops mit den Hotel-Managern durch. Inhaltlich beschäftigten sich die Trainings mit den Themen Motivation sowie Leader- und Ownership in Hotel Resorts.  Die Teilnehmer profitierten zusätzlich von einem tiefgründigen Wissen über aktuelle Trends in der globalen Tourismusbranche. Durch den interaktiven Aufbau des Workshops konnten die teilnehmenden Manager ihre Führungs- und Motivationskompetenzen ausbauen, verbessern und praktisch umsetzen.

Die “Sunny Heart Academy” von Thomas Cook zieht weiter nach Griechenland und Ägypten

Im Rahmen der „Sunny Heart Academy of Excellence“ traten die Experten von COMPASS  Reisen in die Thomas Cook Hotels nach Chalkidiki, Griechenland, und Hurghada, Ägypten, an. Trainings und Workshops in den Bereichen  Hotel-Management und Marketing sollen zu Leistungs- und Qualitätssteigerungen führen, die Wettbewerbsvorteile am Markt erzielen.

Nachdem bereits Anfang des Jahres in Rhodos der Auftakt gemacht wurde, präsentierte Guillermo Ribes im Oktober neueste Trends und Entwicklungen im internationalen  Food & Beverages Sektor in Nea Potidea. Des Weiteren ist COMPASS unterstützend im Bereich Marketing und Online-Kommunikation für dieses Hotel tätig. Karsten Palme reiste als Spezialist für die Bereiche Training und Coaching nach Makadi Bay, Hurghada, und führte intensive Workshops mit den Hotel-Managern durch. Inhaltlich beschäftigten sich die Trainings mit den Themen Motivation sowie Leader- und Ownership in Hotel Resorts.  Die Teilnehmer profitierten zusätzlich von einem tiefgründigen Wissen über aktuelle Trends in der globalen Tourismusbranche. Durch den interaktiven Aufbau des Workshops konnten die teilnehmenden Manager ihre Führungs- und Motivationskompetenzen ausbauen, verbessern und praktisch umsetzen.

Neues Projekt gestartet: Qualitäts- und Nachhaltigkeitstraining in Tunesien

Um die Qualitätsstandards zu verbessern und das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen zu erhöhen startet der Futouris e.V. zusammen mit der Thomas Cook Touristik ein umfassendes Weiterbildungsprojekt für tunesische Hotelbetriebe. Dabei wurde COMPASS die Rolle als Berater und Coaching-Partner zugesprochen.

Zunächst umfassen unsere Aufgaben die Analyse der Bedürfnisse der Hotel Manager, das Konzipieren und Durchführen von Workshops mit den lokalen Stakeholdern, das Ausarbeiten von neuen Konzepten und Handlungsrahmen, sowie – letztlich – die Entwicklung eines Coaching-Lehrplans, dessen Inhalte und Materialien perfekt auf die Bedürfnisse und Strukturen der Hotelindustrie in Tunesien abgestimmt sind. In einer späteren Phase des Projekts soll dieser dann für jegliche Hotels zugänglich gemacht werden.

Dieses Vorhaben stärkt nicht nur die Zusammenarbeit zwischen COMPASS und Thomas Cook, sondern realisiert auch ein weiteres Projekt mit dem Fokus auf nachhaltigem Tourismus  auf dem afrikanischen Kontinent.

Neues Projekt gestartet: Qualitäts- und Nachhaltigkeitstraining in Tunesien

Um die Qualitätsstandards zu verbessern und das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen zu erhöhen startet der Futouris e.V. zusammen mit der Thomas Cook Touristik ein umfassendes Weiterbildungsprojekt für tunesische Hotelbetriebe. Dabei wurde COMPASS die Rolle als Berater und Coaching-Partner zugesprochen.

Zunächst umfassen unsere Aufgaben die Analyse der Bedürfnisse der Hotel Manager, das Konzipieren und Durchführen von Workshops mit den lokalen Stakeholdern, das Ausarbeiten von neuen Konzepten und Handlungsrahmen, sowie – letztlich – die Entwicklung eines Coaching-Lehrplans, dessen Inhalte und Materialien perfekt auf die Bedürfnisse und Strukturen der Hotelindustrie in Tunesien abgestimmt sind. In einer späteren Phase des Projekts soll dieser dann für jegliche Hotels zugänglich gemacht werden.

Dieses Vorhaben stärkt nicht nur die Zusammenarbeit zwischen COMPASS und Thomas Cook, sondern realisiert auch ein weiteres Projekt mit dem Fokus auf nachhaltigem Tourismus  auf dem afrikanischen Kontinent.

Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Nachdem es lange nach einem entspannten Sieg für die amtierende Kanzlerin Angela Merkel aussah, begann mit der Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat der SPD eine rasante Aufholjagd bei den Umfragewerten. Der ehemalige Bürgermeister von Würselen beschwor den inzwischen viel zitierten „Schulzeffekt“ herauf, den in dieser Form keiner erwartet hatte. Die ernüchternden Ergebnisse bei den Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und zuletzt in NRW bedeuteten jedoch herbe Dämpfer für die zwischenzeitlich euphorisierten Genossen. Auch diese Rückschläge wurden nicht in dieser Form vorhergesehen.

Anlass genug für uns, die aktuellen Verflechtungen in der Politik anhand einer ausführlichen Twitteranalyse aufzudecken. Wer ist mit wem verbunden? Welche Akteure sind besonders aktiv? Lassen sich die Akteure bestimmten Gruppen zuordnen? Welche Tweets finden die größte Verbreitung? Auf diese und viele weitere Fragen bietet unser Twitter-Analysetool SMeNA  Antworten.

Eine interaktive Auswertung der Timelines können Sie hier sehen:

Twitter Analyse zur Bundestagswahl 2017

Für diese Analyse wurden folgende Timelines ausgelesen:

regsprecher, martinschulz, cem_oezdemir, GoeringEckardt, c_lindner, FraukePetry, SWagenknecht, DietmarBartsch, AndiScheuer, MartinSonneborn, mundzu, dieLinke, CSU, spdde, CDU, cducsubt, GrueneBundestag, DiePARTEI, AfD_Bund, fdp, Piratenpartei

SMeNA setzt dabei auf die Analyse von Tweets und deren Verbreitung. In einer großen Datenbank werden alle Tweets zu einem bestimmten Thema anhand von Suchbegriffen abgespeichert. Gleichzeitig können auch die Chroniken von bestimmten Accounts, sogenannte Timelines, ausgelesen werden.

Nenne mir deine Timeline und ich zeige dir dein Netzwerk

Wir haben die Twitter Timelines der größten Parteien in Deutschland sowie die Timelines ihrer Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl untersucht (siehe Darstellung TimelineScan Deutscher Bundestag). Es zeigt sich, dass die Politiker – insbesondere innerhalb einer Partei – stark vernetzt sind. Es fällt auf, dass es zwei recht homogene Cluster der Liberalen und der Grünen gibt.

 

TimelineScan Deutscher Bundestag

TimelineScan Deutscher Bundestag

Die Position auf der linken Seite des Netzwerks hat übrigens nichts mit der politischen Ausrichtung der Akteure zu tun. Diese Netzwerke geben relative Positionen der einzelnen Akteure zueinander wieder. Die Punkte werden durch einen mathematischen Algorithmus entsprechend ihrer Interaktionen positioniert. Oder einfacher formuliert: Je mehr Austausch desto näher sind sich die Akteure. Die absolute Position, links oder rechts, ist dabei Zufall.

Die Accounts von Christian Lindner und der FDP sowie Cem Özdemir, Katrin Göring-Eckardt, den Grünen und der Grünen Bundestagsfraktion dominieren diese Cluster als zentrale Akteure. Bei genauerer Analyse zeigt sich, dass diese zentrale Rolle aber zumindest teilweise überschätzt wird. Zum einen zitieren sich offizielle Partei-Accounts und die Parteikollegen untereinander sehr intensiv. Dies führt beispielsweise dazu, dass ein Tweet von Cem Özdemir von der Grünen Bundestagsfraktion, von Katrin Göring-Eckart und diversen Kreisverbänden geteilt wird und somit im Innenverhältnis / in der internen Kommunikation eine hohe Resonanz erfährt, ohne die Blase der Grünen wirklich zu verlassen.

Zum anderen gibt es begeisterte Anhänger von Parteien oder Personen, die quasi alle Tweets teilen. In der Darstellung „Göring-Eckart Account & engste Beziehungen“ ist der Account zu sehen, der am häufigsten Beiträge von Frau Göring-Eckart teilt. Dieser ist extrem aktiv und hat über 11.000 Tweets geschrieben oder geteilt. Allerdings hat er mit 73 Followern eine begrenzte Reichweite. Auch in diesem Fall verbleiben die Tweets größtenteils innerhalb der Blase. In der gleichen Darstellung unter „Engste Beziehungen“ sehen Sie Rechtecke und darin zwei Zahlen. Die Zahlen sind die Twitter-IDs von 2 miteinander interagierenden Akteuren. Je größer das Rechteck desto intensiver der Austausch. SMeNA kann auch die Namen hinter diesen IDs zuweisen, sodass man direkt sehen kann, welche Akteure miteinander verbunden sind.

Göring-Eckart Account & engste Beziehungen

Göring-Eckart Account & engste Beziehungen

Sehr zentral im Netzwerk (TimelineScan Deutscher Bundestag) befinden sich die kleinen Cluster rund um AfD, Linke und Piratenpartei. Diese sind zwar klein, aber in alle Richtungen gut vernetzt. Linke und AfD gehören dabei einem Cluster an. Sie beziehen sich häufig auf Aussagen des jeweils anderen und reagieren auf Tweets. Eine enge Verbindung bedeutet in diesem Falle aber keine inhaltliche Nähe. Einen genaueren Einblick bietet der Blick auf die Inhalte der Tweets, worauf an späterer Stelle eingegangen wird.

Angela Merkel hat keinen Twitter Account, weshalb Regierungssprecher Steffen Seibert in die Untersuchung aufgenommen wurde. Es fällt auf, dass der Regierungssprecher sich nicht im Cluster der Unionsparteien bewegt. Er ist besonders stark mit Print- und Onlinemedien vernetzt. Zudem ist er eher Sprachrohr als Verbreiter von Nachrichten. Das heißt, Steffen Seibert fungiert als Quelle der Information, die häufig zitiert wird. Er selbst zitiert dagegen selten Aussagen von Kollegen aus der Union.

Ein weiteres, spannendes Phänomen ist die Tatsache, dass sich auch Martin Schulz außerhalb des SPD Clusters bewegt. Es zeigt sich, dass er noch viele Kontakte zum EU Parlament hat, die momentan noch schwerer wiegen als seine Beziehungen zur SPD. Diese gefühlte Distanz zum SPD Establishment wird ja auch häufig als eine seiner Vorzüge bei der Frage nach dem „Schulz-Effekt“ genannt. Die Nähe zum spdde Account zeigt aber gleichzeitig, dass hier ein starker Austausch stattfindet, der sich in den letzten Tagen noch intensiviert hat. Es ist anzunehmen, dass Martin Schulz im Laufe der nächsten Wochen auch mathematisch dem SPD-Netzwerk zugeordnet sein wird.

Und die AfD?

Die Auswertung des TimelineScans legt die Vermutung nahe, dass die AfD und deren Spitzenpolitiker kaum Einfluss auf die politische Meinungsbildung bei Twitter haben. Diese Schlussfolgerung ist aber falsch!

Ironischerweise bestätigt das Ergebnis des TimelineScans einen häufig vorgebrachten Vorwurf der AfD. Die etablierten politischen Akteure ignorieren die AfD und versuchen ihr dadurch eine größere Plattform für ihre Thesen zu verwehren. Dies funktioniert innerhalb des politischen Netzwerkes auch recht gut. Die zentrale Position der AfD, ebenso wie die der Linken, rührt daher, dass lediglich die neutralen Medien, welche ebenfalls im Zentrum des Netzwerks liegen, über diese Parteien berichten und deren Inhalte teilen. Der Einfluss der AfD und der Linken im politischen Netzwerk ist aber gering.

Was passiert aber, wenn wir den Mikrokosmos der Politprofis verlassen? Um zu testen wie die Verhältnisse außerhalb dieser Blase sind, haben wir alle Tweets nach folgenden Suchbegriffen durchforstet: fdp, cdu, goering-eckardt, csu, schulz, merkel, lindner, gruenen, wagenknecht, afd, steinmeier, hoecke, spd, gabriel, linke, seehofer, oezdemir, petry. Wir haben hier bewusst auf Schlagworte und Parolen aus dem Wahlkampf verzichtet. Die Begriffe sollten möglichst neutral sein.

Hier zeichnet sich ein komplett anderes Bild ab (siehe TweetHunt Bundestagswahl). Zwei Netzwerke stehen sich hier gegenüber. Auf der einen Seite, die etablierten Parteien und auf der anderen Seite die AfD und ihre Sympathisanten. Als Brücke zwischen beiden Netzwerken fungieren Akteure der Union, insbesondere der CSU.

Die Größe der Punkte richtet sich danach wie häufig die Tweets eines Akteurs geteilt oder zitiert wurden. Mit weitem Abstand am Häufigsten geteilt wurden die Tweets von Frauke Petry. Dabei fällt auf, dass Frauke Petry zwar auch zur AfD_Bund und zu AfD_Kompakt enge Beziehungen hat, die wichtigeren Multiplikatoren sind aber aktive AfD-Anhänger wie @bernd471 oder @MaxMusil, die mit über 8000 bzw. knapp 7000 Followern ihrerseits über eine recht große Reichweite verfügen.

TweetHunt Bundestagswahl

TweetHunt Bundestagswahl

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Kennzahlen wie Follower oder Anzahl der Tweets nur unzureichend Hinweise für die tatsächliche Relevanz von Akteuren in sozialen Netzwerken haben. Für eine genaue Analyse muss man die Filterblase verlassen. Dafür ist es nötig den Blickwinkel zu wechseln und neue Aspekte in die Analyse aufzunehmen. Die sozialen Netzwerke werden weiter an Wichtigkeit zunehmen – Ihre Relevanz für Diskussionen in der analogen Welt ebenso. SMeNA bietet nicht nur die Möglichkeit die Verbindungen zwischen verschiedenen Twitter Accounts aufzuzeigen, sondern kann auch thematische Netzwerke und deren inneren Mechanismen sichtbar machen. So lassen sich Zusammenhänge besser verstehen und Entwicklungen genauer vorhersagen. Nicht zuletzt können Vorgänge, die zunächst unsichtbar in der digitalen Welt ablaufen, visualisiert und dadurch interpretierbar gemacht werden.

Durch die Vermarktung von Frühstückscerealien mit den Konterfeis der Kandidaten zur US Präsidentschaftswahl 2008 begann der Aufstieg von „AirBed&Breakfast“, heute bekannt als Airbnb. Das Fundraising brachte den Gründern Brian Chesky und Joe Gebbia ein Startkapital von 30.000 US-Dollar. Die ursprüngliche Idee, Luftmatratzen im eigenen Appartement auszulegen und an Gäste zu vermieten, erwies sich als Startschuss für eine große Erfolgsgeschichte.

Quelle: https://www.travhq.com/wp-content/uploads/2015/08/Airbnb-ObamaO.jpg

Heute hat das Unternehmen einen geschätzten Wert von 30 Mrd. US-Dollar und obwohl es mittlerweile global die größte Vermietungsplattform ist, besitzt Airbnb selbst keine einzige Immobilie.

Laut Airbnb haben inzwischen über 150 Mio. Gäste in über 191 Ländern und in mehr als 65.000 Städten dank der Vermittlungen über die Plattform einen Platz zum Übernachten gefunden. Aktuell gibt es weltweit mehr als 3 Mio. Inserate.

Doch wieviel erwirtschaften die zahlreichen Anbieter von Wohnungen über Airbnb eigentlich? Performance-Daten wie etwa Übernachtungszahlen, Umsätze der Anbieter oder die tatsächliche Anzahl der Airbnb-Inserate in einer Stadt gibt Airbnb nicht preis. Nach ersten Schätzungen von Bnbmonitor belief sich der summierte Jahresumsatz der deutschen Airbnb-Anbieter 2015 auf fast 120 Mio. Euro. Kleinräumige und aktuelle Zahlen erhalten Sie jederzeit bei Bnbmonitor.

Gleichzeitig verkündete ein Sprecher der Marriott Hotelkette:

„Airbnb was an interesting experiment, but we did not see them as any threat.” (Quelle)

Das verwundert etwas. Handelt es sich hierbei um das sprichwörtliche ‚Pfeifen im Walde‘ oder kann der Optimismus der klassischen Anbieter von Schlafplätzen durch Zahlen belegt werden? Auch hierzu liefert Bnbmonitor Zahlen und Analysen.

Im Tourismussektor sieht man die Entwicklungen durchaus kritischer. Moritz Luft, Geschäftsführer von Sylt-Marketing, befürchtet weniger Einnahmen für die öffentliche Hand, wenn sich durch Airbnb ein Teil der Übernachtungen weiter ins private Segment verlagert. „Die Anbieter zahlen anders als gewerbliche Vermieter keine Tourismusabgabe an die Gemeinde und werden bei ihren Gästen oft auch keine Kurabgabe einziehen“, sagt Luft.

„An der Stelle sehen wir das Portal sehr kritisch, denn am Ende bedeutet das weniger Geld für die touristische Infrastruktur“ (Quelle).

Gibt es neben dieser Bedrohung für den Tourismussektor auch Chancen und Möglichkeiten? Grundlage für jede fundierte Schlussfolgerung und Basis für kommende Entscheidungen sollten stets belastbare Zahlen und verlässliche Modelle sein, die Einblick hinter die Kulissen gewähren. Beides ist bisher Mangelware. Behörden, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Politik tappen bisher im Dunkeln und müssen sich mit groben Schätzungen begnügen.

Doch nicht nur im Tourismus ist Airbnb mittlerweile ein Faktor. Die Option, Wohnraum kurzzeitig zu vermieten, veranlasst immer mehr Immobilienbesitzer dazu, ihre Mietwohnungen de facto in Ferienwohnungen umzuwandeln, um höhere Einnahmen generieren zu können. Ehemals dauerhaft vermieteter Wohnraum wird dem Markt somit entzogen. Dies führt zu einer weiteren Verschärfung im Kampf um bezahlbaren Wohnraum und weiter steigenden Mieten, besonders in bereits beliebten Quartieren und Stadtvierteln der Ballungsräume. Einige Kommunen reagierten auf diese Entwicklung mit Zweckentfremdungsverboten. Diese Zweckentfremdungsverbote sollen Leerstände und die Umwandlung von Wohnraum in Gewerbe verhindern.

Allerdings ist die Einschätzung von Kurzzeitvermietern nicht unbedingt schwarz oder weiß. Anders gesagt sind Personen, die Fremden eine Unterkunft in ihrer Wohnung anbieten, erstmal nicht pauschal zu kriminalisieren. Eine differenzierte Betrachtungsweise ist anhand einer datenbasierten Analyse möglich. Handelt es sich um jemanden, der ein oder zwei Mal in der Woche seine Wohnung zu Verfügung stellt und zu dieser Zeit nur bei einem Freund übernachtet oder wird eine Wohnung dauerhaft über Airbnb als gewerbliche Immobilie und somit als Ferienwohnung angeboten? Diese qualitative Unterscheidung ist vor dem Hintergrund der Zweckentfremdungssatzungen entscheidend.

Bnbmonitor steht für einen datenbasierten Umgang mit Raumphänomenen und hat zum Ziel, Informationslücken in der Planung und im Umgang mit Airbnb zu schließen. Mit Bnbmonitor stellen wir Angebotskarten und Heatmaps her, berechnen Umsatz- und Übernachtungsverläufe, identifizieren die aktivsten Anbieter und decken die am stärksten betroffenen Regionen, Städte und Stadtteile auf. Damit bietet Bnbmonitor erstmals ein komplettes Bild der Performance von Airbnb-Anbietern in einer Stadt oder Region.

Weitere Aspekte des Wachstums von Airbnb, wie die Digitalisierung des Immobilienmarktes, die geänderten Kunden- und Anbieterstrukturen auf Sharing-Economy-Plattformen und andere Themen werden in unseren Blogbeiträgen besprochen.