Die Twitter Timelines der Spitzenpolitik in Deutschland

Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Nachdem es lange nach einem entspannten Sieg für die amtierende Kanzlerin Angela Merkel aussah, begann mit der Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat der SPD eine rasante Aufholjagd bei den Umfragewerten. Der ehemalige Bürgermeister von Würselen beschwor den inzwischen viel zitierten „Schulzeffekt“ herauf, den in dieser Form keiner erwartet hatte. Die ernüchternden Ergebnisse bei den Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und zuletzt in NRW bedeuteten jedoch herbe Dämpfer für die zwischenzeitlich euphorisierten Genossen. Auch diese Rückschläge wurden nicht in dieser Form vorhergesehen.

Anlass genug für uns, die aktuellen Verflechtungen in der Politik anhand einer ausführlichen Twitteranalyse aufzudecken. Wer ist mit wem verbunden? Welche Akteure sind besonders aktiv? Lassen sich die Akteure bestimmten Gruppen zuordnen? Welche Tweets finden die größte Verbreitung? Auf diese und viele weitere Fragen bietet unser Twitter-Analysetool SMeNA  Antworten.

Eine interaktive Auswertung der Timelines können Sie hier sehen:

Twitter Analyse zur Bundestagswahl 2017

Für diese Analyse wurden folgende Timelines ausgelesen:

regsprecher, martinschulz, cem_oezdemir, GoeringEckardt, c_lindner, FraukePetry, SWagenknecht, DietmarBartsch, AndiScheuer, MartinSonneborn, mundzu, dieLinke, CSU, spdde, CDU, cducsubt, GrueneBundestag, DiePARTEI, AfD_Bund, fdp, Piratenpartei

SMeNA setzt dabei auf die Analyse von Tweets und deren Verbreitung. In einer großen Datenbank werden alle Tweets zu einem bestimmten Thema anhand von Suchbegriffen abgespeichert. Gleichzeitig können auch die Chroniken von bestimmten Accounts, sogenannte Timelines, ausgelesen werden.

Nenne mir deine Timeline und ich zeige dir dein Netzwerk

Wir haben die Twitter Timelines der größten Parteien in Deutschland sowie die Timelines ihrer Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl untersucht (siehe Darstellung TimelineScan Deutscher Bundestag). Es zeigt sich, dass die Politiker – insbesondere innerhalb einer Partei – stark vernetzt sind. Es fällt auf, dass es zwei recht homogene Cluster der Liberalen und der Grünen gibt.

 

TimelineScan Deutscher Bundestag

TimelineScan Deutscher Bundestag

Die Position auf der linken Seite des Netzwerks hat übrigens nichts mit der politischen Ausrichtung der Akteure zu tun. Diese Netzwerke geben relative Positionen der einzelnen Akteure zueinander wieder. Die Punkte werden durch einen mathematischen Algorithmus entsprechend ihrer Interaktionen positioniert. Oder einfacher formuliert: Je mehr Austausch desto näher sind sich die Akteure. Die absolute Position, links oder rechts, ist dabei Zufall.

Die Accounts von Christian Lindner und der FDP sowie Cem Özdemir, Katrin Göring-Eckardt, den Grünen und der Grünen Bundestagsfraktion dominieren diese Cluster als zentrale Akteure. Bei genauerer Analyse zeigt sich, dass diese zentrale Rolle aber zumindest teilweise überschätzt wird. Zum einen zitieren sich offizielle Partei-Accounts und die Parteikollegen untereinander sehr intensiv. Dies führt beispielsweise dazu, dass ein Tweet von Cem Özdemir von der Grünen Bundestagsfraktion, von Katrin Göring-Eckart und diversen Kreisverbänden geteilt wird und somit im Innenverhältnis / in der internen Kommunikation eine hohe Resonanz erfährt, ohne die Blase der Grünen wirklich zu verlassen.

Zum anderen gibt es begeisterte Anhänger von Parteien oder Personen, die quasi alle Tweets teilen. In der Darstellung „Göring-Eckart Account & engste Beziehungen“ ist der Account zu sehen, der am häufigsten Beiträge von Frau Göring-Eckart teilt. Dieser ist extrem aktiv und hat über 11.000 Tweets geschrieben oder geteilt. Allerdings hat er mit 73 Followern eine begrenzte Reichweite. Auch in diesem Fall verbleiben die Tweets größtenteils innerhalb der Blase. In der gleichen Darstellung unter „Engste Beziehungen“ sehen Sie Rechtecke und darin zwei Zahlen. Die Zahlen sind die Twitter-IDs von 2 miteinander interagierenden Akteuren. Je größer das Rechteck desto intensiver der Austausch. SMeNA kann auch die Namen hinter diesen IDs zuweisen, sodass man direkt sehen kann, welche Akteure miteinander verbunden sind.

Göring-Eckart Account & engste Beziehungen

Göring-Eckart Account & engste Beziehungen

Sehr zentral im Netzwerk (TimelineScan Deutscher Bundestag) befinden sich die kleinen Cluster rund um AfD, Linke und Piratenpartei. Diese sind zwar klein, aber in alle Richtungen gut vernetzt. Linke und AfD gehören dabei einem Cluster an. Sie beziehen sich häufig auf Aussagen des jeweils anderen und reagieren auf Tweets. Eine enge Verbindung bedeutet in diesem Falle aber keine inhaltliche Nähe. Einen genaueren Einblick bietet der Blick auf die Inhalte der Tweets, worauf an späterer Stelle eingegangen wird.

Angela Merkel hat keinen Twitter Account, weshalb Regierungssprecher Steffen Seibert in die Untersuchung aufgenommen wurde. Es fällt auf, dass der Regierungssprecher sich nicht im Cluster der Unionsparteien bewegt. Er ist besonders stark mit Print- und Onlinemedien vernetzt. Zudem ist er eher Sprachrohr als Verbreiter von Nachrichten. Das heißt, Steffen Seibert fungiert als Quelle der Information, die häufig zitiert wird. Er selbst zitiert dagegen selten Aussagen von Kollegen aus der Union.

Ein weiteres, spannendes Phänomen ist die Tatsache, dass sich auch Martin Schulz außerhalb des SPD Clusters bewegt. Es zeigt sich, dass er noch viele Kontakte zum EU Parlament hat, die momentan noch schwerer wiegen als seine Beziehungen zur SPD. Diese gefühlte Distanz zum SPD Establishment wird ja auch häufig als eine seiner Vorzüge bei der Frage nach dem „Schulz-Effekt“ genannt. Die Nähe zum spdde Account zeigt aber gleichzeitig, dass hier ein starker Austausch stattfindet, der sich in den letzten Tagen noch intensiviert hat. Es ist anzunehmen, dass Martin Schulz im Laufe der nächsten Wochen auch mathematisch dem SPD-Netzwerk zugeordnet sein wird.

Und die AfD?

Die Auswertung des TimelineScans legt die Vermutung nahe, dass die AfD und deren Spitzenpolitiker kaum Einfluss auf die politische Meinungsbildung bei Twitter haben. Diese Schlussfolgerung ist aber falsch!

Ironischerweise bestätigt das Ergebnis des TimelineScans einen häufig vorgebrachten Vorwurf der AfD. Die etablierten politischen Akteure ignorieren die AfD und versuchen ihr dadurch eine größere Plattform für ihre Thesen zu verwehren. Dies funktioniert innerhalb des politischen Netzwerkes auch recht gut. Die zentrale Position der AfD, ebenso wie die der Linken, rührt daher, dass lediglich die neutralen Medien, welche ebenfalls im Zentrum des Netzwerks liegen, über diese Parteien berichten und deren Inhalte teilen. Der Einfluss der AfD und der Linken im politischen Netzwerk ist aber gering.

Was passiert aber, wenn wir den Mikrokosmos der Politprofis verlassen? Um zu testen wie die Verhältnisse außerhalb dieser Blase sind, haben wir alle Tweets nach folgenden Suchbegriffen durchforstet: fdp, cdu, goering-eckardt, csu, schulz, merkel, lindner, gruenen, wagenknecht, afd, steinmeier, hoecke, spd, gabriel, linke, seehofer, oezdemir, petry. Wir haben hier bewusst auf Schlagworte und Parolen aus dem Wahlkampf verzichtet. Die Begriffe sollten möglichst neutral sein.

Hier zeichnet sich ein komplett anderes Bild ab (siehe TweetHunt Bundestagswahl). Zwei Netzwerke stehen sich hier gegenüber. Auf der einen Seite, die etablierten Parteien und auf der anderen Seite die AfD und ihre Sympathisanten. Als Brücke zwischen beiden Netzwerken fungieren Akteure der Union, insbesondere der CSU.

Die Größe der Punkte richtet sich danach wie häufig die Tweets eines Akteurs geteilt oder zitiert wurden. Mit weitem Abstand am Häufigsten geteilt wurden die Tweets von Frauke Petry. Dabei fällt auf, dass Frauke Petry zwar auch zur AfD_Bund und zu AfD_Kompakt enge Beziehungen hat, die wichtigeren Multiplikatoren sind aber aktive AfD-Anhänger wie @bernd471 oder @MaxMusil, die mit über 8000 bzw. knapp 7000 Followern ihrerseits über eine recht große Reichweite verfügen.

TweetHunt Bundestagswahl

TweetHunt Bundestagswahl

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Kennzahlen wie Follower oder Anzahl der Tweets nur unzureichend Hinweise für die tatsächliche Relevanz von Akteuren in sozialen Netzwerken haben. Für eine genaue Analyse muss man die Filterblase verlassen. Dafür ist es nötig den Blickwinkel zu wechseln und neue Aspekte in die Analyse aufzunehmen. Die sozialen Netzwerke werden weiter an Wichtigkeit zunehmen – Ihre Relevanz für Diskussionen in der analogen Welt ebenso. SMeNA bietet nicht nur die Möglichkeit die Verbindungen zwischen verschiedenen Twitter Accounts aufzuzeigen, sondern kann auch thematische Netzwerke und deren inneren Mechanismen sichtbar machen. So lassen sich Zusammenhänge besser verstehen und Entwicklungen genauer vorhersagen. Nicht zuletzt können Vorgänge, die zunächst unsichtbar in der digitalen Welt ablaufen, visualisiert und dadurch interpretierbar gemacht werden.

Willkommen bei Bnbmonitor

Durch die Vermarktung von Frühstückscerealien mit den Konterfeis der Kandidaten zur US Präsidentschaftswahl 2008 begann der Aufstieg von „AirBed&Breakfast“, heute bekannt als Airbnb. Das Fundraising brachte den Gründern Brian Chesky und Joe Gebbia ein Startkapital von 30.000 US-Dollar. Die ursprüngliche Idee, Luftmatratzen im eigenen Appartement auszulegen und an Gäste zu vermieten, erwies sich als Startschuss für eine große Erfolgsgeschichte.

Quelle: https://www.travhq.com/wp-content/uploads/2015/08/Airbnb-ObamaO.jpg

Heute hat das Unternehmen einen geschätzten Wert von 30 Mrd. US-Dollar und obwohl es mittlerweile global die größte Vermietungsplattform ist, besitzt Airbnb selbst keine einzige Immobilie.

Laut Airbnb haben inzwischen über 150 Mio. Gäste in über 191 Ländern und in mehr als 65.000 Städten dank der Vermittlungen über die Plattform einen Platz zum Übernachten gefunden. Aktuell gibt es weltweit mehr als 3 Mio. Inserate.

Doch wieviel erwirtschaften die zahlreichen Anbieter von Wohnungen über Airbnb eigentlich? Performance-Daten wie etwa Übernachtungszahlen, Umsätze der Anbieter oder die tatsächliche Anzahl der Airbnb-Inserate in einer Stadt gibt Airbnb nicht preis. Nach ersten Schätzungen von Bnbmonitor belief sich der summierte Jahresumsatz der deutschen Airbnb-Anbieter 2015 auf fast 120 Mio. Euro. Kleinräumige und aktuelle Zahlen erhalten Sie jederzeit bei Bnbmonitor.

Gleichzeitig verkündete ein Sprecher der Marriott Hotelkette:

„Airbnb was an interesting experiment, but we did not see them as any threat.” (Quelle)

Das verwundert etwas. Handelt es sich hierbei um das sprichwörtliche ‚Pfeifen im Walde‘ oder kann der Optimismus der klassischen Anbieter von Schlafplätzen durch Zahlen belegt werden? Auch hierzu liefert Bnbmonitor Zahlen und Analysen.

Im Tourismussektor sieht man die Entwicklungen durchaus kritischer. Moritz Luft, Geschäftsführer von Sylt-Marketing, befürchtet weniger Einnahmen für die öffentliche Hand, wenn sich durch Airbnb ein Teil der Übernachtungen weiter ins private Segment verlagert. „Die Anbieter zahlen anders als gewerbliche Vermieter keine Tourismusabgabe an die Gemeinde und werden bei ihren Gästen oft auch keine Kurabgabe einziehen“, sagt Luft.

„An der Stelle sehen wir das Portal sehr kritisch, denn am Ende bedeutet das weniger Geld für die touristische Infrastruktur“ (Quelle).

Gibt es neben dieser Bedrohung für den Tourismussektor auch Chancen und Möglichkeiten? Grundlage für jede fundierte Schlussfolgerung und Basis für kommende Entscheidungen sollten stets belastbare Zahlen und verlässliche Modelle sein, die Einblick hinter die Kulissen gewähren. Beides ist bisher Mangelware. Behörden, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Politik tappen bisher im Dunkeln und müssen sich mit groben Schätzungen begnügen.

Doch nicht nur im Tourismus ist Airbnb mittlerweile ein Faktor. Die Option, Wohnraum kurzzeitig zu vermieten, veranlasst immer mehr Immobilienbesitzer dazu, ihre Mietwohnungen de facto in Ferienwohnungen umzuwandeln, um höhere Einnahmen generieren zu können. Ehemals dauerhaft vermieteter Wohnraum wird dem Markt somit entzogen. Dies führt zu einer weiteren Verschärfung im Kampf um bezahlbaren Wohnraum und weiter steigenden Mieten, besonders in bereits beliebten Quartieren und Stadtvierteln der Ballungsräume. Einige Kommunen reagierten auf diese Entwicklung mit Zweckentfremdungsverboten. Diese Zweckentfremdungsverbote sollen Leerstände und die Umwandlung von Wohnraum in Gewerbe verhindern.

Allerdings ist die Einschätzung von Kurzzeitvermietern nicht unbedingt schwarz oder weiß. Anders gesagt sind Personen, die Fremden eine Unterkunft in ihrer Wohnung anbieten, erstmal nicht pauschal zu kriminalisieren. Eine differenzierte Betrachtungsweise ist anhand einer datenbasierten Analyse möglich. Handelt es sich um jemanden, der ein oder zwei Mal in der Woche seine Wohnung zu Verfügung stellt und zu dieser Zeit nur bei einem Freund übernachtet oder wird eine Wohnung dauerhaft über Airbnb als gewerbliche Immobilie und somit als Ferienwohnung angeboten? Diese qualitative Unterscheidung ist vor dem Hintergrund der Zweckentfremdungssatzungen entscheidend.

Bnbmonitor steht für einen datenbasierten Umgang mit Raumphänomenen und hat zum Ziel, Informationslücken in der Planung und im Umgang mit Airbnb zu schließen. Mit Bnbmonitor stellen wir Angebotskarten und Heatmaps her, berechnen Umsatz- und Übernachtungsverläufe, identifizieren die aktivsten Anbieter und decken die am stärksten betroffenen Regionen, Städte und Stadtteile auf. Damit bietet Bnbmonitor erstmals ein komplettes Bild der Performance von Airbnb-Anbietern in einer Stadt oder Region.

Weitere Aspekte des Wachstums von Airbnb, wie die Digitalisierung des Immobilienmarktes, die geänderten Kunden- und Anbieterstrukturen auf Sharing-Economy-Plattformen und andere Themen werden in unseren Blogbeiträgen besprochen.

Wohin geht die Reise bei und mit Airbnb?

Mitte November präsentierte Brian Chesky, CEO von Airbnb, die Neuerungen der wohl bekanntesten Sharing-Economy-Plattform. Kunden sollen nun, mit Hilfe von Airbnb, ganz persönliche und „magische“ Reisen erleben. Die sogenannten „Trips“ verbinden die Möglichkeit, bei Privatpersonen zu übernachten und mit Angeboten von Ortsansässigen, die Stadt oder Region aus deren Blickwinkel kennenzulernen. So erzählt bspw. der ehemalige Gefängniswärter von Nelson Mandela bei einer Tour über Robben Island von seiner gemeinsamen Zeit mit dem Friedensnobelpreisträger während dessen 27-Jährigem Gefängnisaufenthalt.

Diese sogenannten „Entdeckungen“ („Experiences“) werden abgerundet durch die Möglichkeit, besondere Orte („Places“) abseits der klassischen Routen entdecken zu können. Auch hier zeigen Einheimische („Insider“) ihre „magischen“ Orte. Kelly Slater, ein Profisurfer, gibt Preis, wo sich die coolen Surfer Malibus treffen und welche Läden bei den Wellenreitern gerade besonders angesagt sind. In Kooperation mit Dertour werden zudem Audio Walks angeboten, die GPS-gesteuerte Informationen zur aktuell erlebten Umgebung liefern.

Die Reisenden sollen durch einen auf ihre Bedürfnisse und Wünsche zugeschnittenen Trip eine ganz individuelle Erfahrung machen, die sich von den Angeboten der klassischen Reiseanbieter abhebt. Airbnb unternimmt damit den Versuch, sich weiter von einer reinen Übernachtungsplattform zu lösen und immer stärker Einfluss auf die komplette Reiseplanung der Kunden zu nehmen. Welchen Einfluss hat das wiederum auf die klassischen touristischen Anbieter? Wie verändern sich die Übernachtungszahlen, die über Airbnb gebucht werden, in den nächsten Monaten? Ist Airbnb eine schöne Ergänzung des touristischen Portfolios einer Region oder findet hier in erster Linie eine Verdrängung von Hotels und Pensionen statt? Welchen Einfluss haben die neuen Angebote auf die Reiseanbieter?

airbnbmonitor

AirbnbMonitor – Analysen

Der AirbnbMonitor gibt Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Wir nutzen die Daten von Airbnb und setzen diese in Bezug zu räumlichen, touristischen und soziodemographischen Faktoren. Unsere Analysen geben Aufschluss über räumliche Konzentrationen von Angeboten, aktive Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten sowie den Einfluss von Airbnb auf Wohnraum und klassische touristische Angebote.

Link zur Präsentation von Brian Chesky

Tourismusleitfaden für Kamp-Lintfort im Rahmen der Landesgartenschau 2020

Bereits 2015 durften wir für die Stadt Kamp-Lintfort mit der Erstellung eines Marketingkonzepts zur Bewerbung der Landesgartenschau 2020 mitwirken. Kamp-Lintfort konnte mit ihrem Konzept und Ideen überzeugen und erhielt letztes Jahr den Zuschlag für die Landesgartenschau 2020. Dieses Jahr ging es weiter, denn der Zuschlag läutete gleichzeitig den Beginn der Vorbereitungen für das Event ein.

Logo Landesgartenschau 2020

Logo Landesgartenschau 2020

Um eine reibungslose und gut vorbereitete Landesgartenschau präsentieren zu können, sind infrastrukturelle und verkehrliche Maßnahmen notwendig. Eine Voraussetzung, um entsprechende Fördergeldern zu akquirieren, ist ein Tourismusleitfaden für die Stadt. Für die Erstellung dieses Tourismusleitfadens wendete sich Kamp-Lintfort wieder vertrauensvoll an die COMPASS GmbH.

Der Leitfaden beruht auf einer umfassenden Recherche, die sowohl Besuche vor Ort als auch Internetrecherchen mit einschließt. Darüber hinaus fand ein Workshop statt, dessen Ergebnisse ebenfalls als Grundlage in den Tourismusleitfaden einflossen.

Grundlagenuntersuchung

Zur Grundlagenuntersuchung gehörte hauptsächlich die Sekundärforschung, die eine wichtige Basis zur Erfassung des touristischen Status Quo Kamp-Lintforts bildete. Hierzu zählten unter anderem verschiedene Statistiken, das touristische Angebot und die Tourismuskonzepte der überregionalen Tourismusverbände.

Destinationscheck

Beim Destinationscheck wurde Kamp-Lintfort genauer unter die Lupe genommen. Hierbei war zum einen die Internetrecherche zum touristischen Angebot ein wichtiger Punkt, aber auch mehrere Besuche vor Ort – natürlich inkognito – waren unerlässlich. Bei einem Destinationscheck werden anhand einer Checkliste verschiedene Punkte beurteilt. Hierzu gehören unter anderem der Service der Tourist-Informationen, Attraktionen, Unterkunftsmöglichkeiten, Hinweisschilder etc. Wir haben uns also als ahnungsloser Tourist bewegt, der auf die Informationen vor Ort angewiesen ist. Selbstverständlich durfte auch hier ein kritischer Blick nicht fehlen.

Workshop

Die Teilnehmer des Workshops waren Mitarbeiter der Stadt Kamp-Lintfort, die in die Planung der Landesgartenschau 2020 einbezogen werden und eine Kollegin des Niederrhein Tourismus. COMPASS Geschäftsführer Karsten Palme übernahm die Leitung des Workshops, in dem Antworten auf wichtige Fragen gefunden werden sollten:

  • Wohin soll sich der Tourismus in Kamp-Lintfort entwickeln?
  • Wie kann sich Kamp-Lintfort an der Schnittstelle zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet positionieren?
  • Wie kann die Zusammenarbeit mit den überregionalen Tourismusverbänden erfolgreich gestaltet werden?

Neben der Beantwortung dieser Fragen wurden ebenfalls touristische Ziele formuliert. Zu diesen zählen unter anderem folgende: Quantitative Zunahme des Tourismus, Schärfung des Profils und Besserung des Images, Schaffung von Kurzreiseangeboten, Aufbau und Erhalt touristischer Infrastruktur, Erhöhung des Bekanntheitsgrades, Aufbau/Ausbau überregionaler Kooperationen.

Finale Erstellung des Tourismusleitfadens

Mit all den erhaltenen Informationen und unserer Expertise formulierten wir abschließend den Tourismusleitfaden. Dieser enthält nicht nur die Ergebnisse des Recherchearbeit und des Workshops, sondern selbstverständlich auch Handlungsempfehlungen hinsichtlich der Maßnahmen, die notwendig sind, um die zuvor erklärten Ziele zu erreichen. Dadurch sind wir zu dem Schluss gekommen, dass in Kamp-Lintfort noch viel touristisches Potential schlummert.

 

COMPASS organisierte Roadshow für kenianische Reiseveranstalter

Anfang November organisierte COMPASS für das kenianische Reiseveranstalter-Netzwerk Gems of Kenya eine erfolgreiche Roadshow quer durch Europa. Das Motto war: Kenia-Reisen, aber anders!

Im Gegensatz zu den Messeauftritten und Events, die wir bereits im Laufe des Jahres für Gems of Kenya organisierten und betreuten, war diese Roadshow nicht an potenzielle Touristen (B2C), sondern gezielt an die europäische Tourismusindustrie (B2B) gerichtet. Eingeladen waren europäische Reiseveranstalter, um die ausgefallenen Angebote der afrikanischen Reiseveranstalter kennenzulernen, informative Gespräche zu führen und neue Geschäftskontakte zu knüpfen. Neben den Mitgliedern von Gems of Kenya, war auch ein Reiseveranstalter aus Sansibar (Tansania) mit von der Partie.

Wie es sich für eine Roadshow gehört, präsentierten die Reiseveranstalter ihre Angebote natürlich nicht nur an einem Ort, sondern direkt in drei der größten Quellmärkte Europas: Deutschland, die Niederlande und Schweden! Los ging es in Amsterdam und von dort weiter nach Frankfurt a.M. und Stockholm. Den Roadshow-Besuchern wurde zunächst das Konzept von Gems of Kenya vorgestellt, gefolgt von den Produktpräsentationen der Reiseveranstalter.

Mit afrikanischem Charme und authentischen Anekdoten stellten die afrikanischen Unternehmer ihre ausgefallenen und nachhaltigen Reiseprodukte den interessiert Besuchern vor. Im Anschluss hatten die Besucher die Gelegenheit in Einzelgesprächen mit den Reiseveranstaltern die Details ihrer Reiseprogramme und Kooperationsmöglichkeiten zu besprechen. Besonders die kleineren, europäischen Individual-Reiseveranstalter zeigten großes Interesse an den vorgestellten Reiseprodukten, da sie ihren Kunden mehr Vielfalt bieten wollen, als das immer gleiche Big Five Safari-Programm.

Eine Roadshow bietet eine gute Gelegenheit, um langfristige Geschäftskontakte aufzubauen und somit einen erfolgreichen Markteintritt zu gewährleisten. Im Gegensatz zu Messen, auf denen einem häufig schon der nächste Termin im Nacken sitzt, nehmen sich beide Seiten während einer Roadshow eher die Zeit, die Produkte im Detail vorzustellen und Fragen zu besprechen.