Informationen über Geomarketing
Mit Hilfe geographischer Informationssysteme (GIS) und feinräumiger Geodaten transferiert Geomarketing alle unternehmensinternen Informationen wie Kundendaten über Koordinaten in Gebiete und verknüpft diese mit Markt- und Potenzialdaten. Der Markt erhält in der Karte eine völlig neue Transparenz und dem Unternehmensmanagement eröffnen sich neue Aspekte bei der Planung und Erfolgsmessung von (regionalen) Produkten, deren Preisen und erzielbaren Umsätzen.
Geomarketing vereint Fachbereiche wie Database Marketing & Analysis, Customer Relationship Management (CRM), Prospect Calculation and Generation, Direktmarketing, Mikromarketing und GIS.
Einsatzbereiche:
Tourismus und Freizeitwirtschaft
Um potenzielle Standorte für Hotels oder Freizeitattraktionen bewerten zu können, werden GIS Systeme eingesetzt. Hierbei geht es vor allem darum, das Einzugsgebiet der Standorte hinsichtlich der Kaufkraft, der Konkurrenzsituation, der Verkehrslage oder der Bevölkerungsstruktur beurteilen zu können. Ebenso können Destinationen oder Tourismusunternehmen mit Hilfe von Geomarketing ihre Aktivitäten in der Öffentlichkeitsarbeit und im Marketing deutlich zielgerichteter einsetzen (z.B.: in welchen Regionen leben die potenziellen Kunden und Gäste?)
Gastronomie (Restaurantketten)
Geomarketing stellt einen sehr erfolgversprechenden Weg dar, durch die Veranschaulichung ökonomischer Daten noch nicht erschlossene Gebiete als geeignete Standorte zu identifizieren. Daher wird häufig ein Informationssystem aufgebaut, welches Daten aus verschiedenen Bereichen kombiniert: Absatz, Konkurrenzsituation und potentielle Nachfrage.
Zur Standortanalyse können beispielsweise vier Bedingungen an die neue Lage formuliert werden:
- die Bevölkerung des Einzugsgebietes muss mehr als 250.000 Einwohner umfassen
- mehr als 2.000 Arbeitsplätze müssen verfügbar sein
- der Einzelhandelsumsatz am Ort muss über 300 Mio. Euro im Jahr betragen
- das durchschnittliche Verkehrsaufkommen muss bei über 5.000 Fahrzeugen am Tag liegen
Mittels GIS können die Standorte schnell und verlässlich identifiziert werden.
Einzelhandel
Als wichtige Kriterien zur Entscheidungsunterstützung für Einzelhandelsunternehmen werden folgende Aspekte benannt :
- Kenntnisse über die Kunden
- Kenntnisse über die Wettbewerber
- Kenntnisse über die allgemeinen Standorteigenschaften
Medien
Viele deutsche Lokalzeitungen unternehmen zielgerichtete Aktivitäten zum Einsatz von GIS im Geomarketing. Die meisten Zeitungen erscheinen in mehreren Versionen, die auf die regionalen Besonderheiten der Bevölkerung eingehen sollen. Diese Regionalisierung zieht nicht nur redaktionelle Konsequenzen nach sich, sondern beeinflusst auch die kommerzielle Gestaltung des jeweiligen Blattes. Werbekunden können so durch die gezielte Plazierung von Anzeigen in den entsprechenden Regionalausgaben ihre Zielgruppe systematisch ansprechen.
Vertrieb
Im Bereich des Vertriebswesens werden Geographische Informationssysteme vor allem in zwei Bereichen eingesetzt: im operativen Außendienst und in der Planung und Koordination von Franchising-Konzepten.
Außendienst
Schon durch die Darstellung der räumlichen Konzentration von Kunden und der Kombination mit externen Daten, z.B. ökonomischer oder demographischer Art, lassen sich bereits verschiedene Informationen ableiten:
- Wo lohnen sich weitere Investitionen?
- Wie effektiv arbeiten die Außendienstmitarbeiter?
- Wo ist eine Veränderung der Mitarbeiterstruktur notwendig?
- Was kostet ein Kunde? Wird der Kunde optimal betreut?
- Wo gibt es unterversorgte Gebiete? Wo überschneiden sich Vertriebsgebiete?